Zu Besuch im Café Hawelka

Die Wiener Kaffeehauskultur hat eine lange Tradition. Die Cafés waren ein Treffpunkt, es wurde geraucht, gespielt und auch bekannte Künstler, Schriftsteller, Politiker und Wissenschaftler hielten sich in den Kaffeehäusern auf. Durch die modernen und billigeren Kaffeehausketten und durch das Nicht-Raucher-Gesetz kam es jedoch zu Schließungswellen. Nichtsdestotrotz gehören Kaffeehäuser zur Wiener Kultur – auch heute noch. Das wohl bekannteste Kaffeehaus Wiens ist das Café Leopold Hawelka im ersten Bezirk.

Café Hawelka Café Hawelka
Das Café Hawelka wurde 1939 von Leopold & Josefine Hawelka eröffnet

Buchteln in Künstler-Atmosphäre: Café Hawelka
Eines der wichtigsten und bekanntesten Kaffeehäuser ist das Café Hawelka in der Dorotheergasse. Das Café wurde 1939 von Leopold Hawelka und seiner Frau Josefine übernommen und neu eröffnet. Während der Kriegszeit geschlossen, öffnete es 1945 seine Pforten erneut und wurde zum Treffpunkt für Schriftsteller und Künstler. Zu den Stammgästen gehörten unter anderem Friedensreich Hundertwasser, Helmut Qualtinger und Oskar Werner. Andy Warhol besuchte seinerzeit ebenfalls das über die Grenzen hinaus bekannte Kaffeehaus. Auch wenn sich die Zeiten geändert haben, das Hawelka scheint gleich geblieben zu sein. Auch nach dem Tod von Josefine (2005) und Leopold (2011), wird das Kaffeehaus von der Familie weitergeführt, nämlich von den Enkeln Amir und Michael.

Café Hawelka kunst
Künstler-Atmosphäre im Café Hawelka

Die Einrichtung wurde nie verändert: Die Wände sind mit Plakaten und Kunstwerken der verweilenden Künstler geschmückt. Wenn man so im Hawelka sitzt und seinen Kaffee trinkt, sitzt man eigentlich auch in einem kleinen Museum. Neben den unglaublich vielen Touristen besuchen auch alteingesessene Wiener und Künstler das Café. Trotz Stephansplatz-Nähe ist es nicht überlaufen, sondern immer noch sehr sympathisch und atmosphärisch. Unbedingt probieren sollte man die Buchteln, die es erst ab 22 Uhr gibt. Diese wurden bis zu ihrem Tod von Josefine selbst nach einem alten Rezept der böhmischen Schwiegermutter zubereitet. Lecker sind sie auch heute noch.

Buchteln
Buchteln und Wiener Melange

Zwischen Kaffee und Kuchen
Obwohl sich in den Jahren einiges verändert hat, besitzt das Hawelka immer noch diesen Wiener Charme. Alte Möbel, ein gemischtes Publikum, selbstgemachte Mehlspeisen und Kellner mit dem gewissen Etwas. Da bekommt der Gast vom Ober schon einmal ein “Das is’ ein Kaffeehaus und kein Restaurant, meine Dame. Hier gibt’s an Apfelstrudel, ka Essen” zu hören. Dafür wird der Stammgast aber auch mit einem “Ah, grüssi Herr Doktor! Was darf es sein?” – “So wie immer.” – “Kommt sofort!” begrüsst. Man fühlt sich ein bisschen wie in einem großen Wohnzimmer, und so soll es auch sein. Die Karte ist klein gehalten: Es gibt Kaffee (Mokka, Wiener Melange), Wein, Bier und Säfte/Softdrinks. Zum Essen gibt es Torten, Strudel, Hauskuchen, Buchteln ab 22 Uhr und Frankfurter Würstel. Wobei es natürlich auch hier passieren kann, dass der Kellner den Topfenstrudel anpreist und dieser dann doch schon aus ist. Deshalb gab es für mich eine Sachertorte. Das kann man verkraften.

Mokka im Hawelka Sachertorte
Mokka und Sachertorte

Café Hawelka
Wo: Dorotheergasse 6, 1010 Wien
Öffnungszeiten: Mo-So bon 08:00 bis 02:00 Uhr, Feiertags 10:00 bis 02:00 Uhr
Wi-Fi vorhanden
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Was verbindet ihr mit dem Café Hawelka?

Veröffentlicht von

piximitmilch.at

Petra | 25 | Wien | Sie liebt Fotografie, Mode, Handgemachtes, gutes Essen und Reisen.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo!
    Bin zwar hier total falsch, aber ich hab heut den Spinatstrudel und die Heidelbeer-Topfen-Muffins ausprobiert und ich muss unbedingt loswerden wie genial die beiden schmecken (auch wenn die Rezepte schon ewig gepostet wurden :-))!
    Vielen Dank
    Beate

  2. Hi Kristina! Es gab viele Kaffeehäuser die schließen wollten, sich gegen das Gesetz sträubten (auch wegen den hohen Umbaukosten und der alten Tradition) sich dann aber doch beugten. Das Café Servus hat aber tatsächlich geschlossen und auch das Café Ritter hätte zusperren müssen, wäre es nicht unter Denkmalschutz gestellt worden. Das Hawelka hat laut eigenen Angaben wegen dem Gesetz nun einen Tag länger offen. Ich glaube es wurde damals auch ein bisschen zu viel Wind um die Sache gemacht. Inwieweit die Cafés nun unter dem Gesetz leiden, kann ich nicht sagen. Lg.

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